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Kaschmir

Kaschmir-Seidenteppiche sind derzeit gut verkäuflich. Die Muster sind klassisch und dezent, die Farben dem aktuellen Geschmack angepasst. Ein weiterer wichtiger Grund der Beliebtheit ist das Preisgefüge, das trotz anziehender Beschaffungskosten sehr interessant ist. Da auf dem Markt aber viele unterschiedlichen Qualitäten verfügbar sind, enthält diese Fachinformation auch wichtige Hilfestellungen zu Qualitätsmerkmalen. Der Kaschmir-Teppich gilt als der feinste und renommierteste Teppich Indiens. Seit der Teilung der ehemaligen englischen Kolonie in die beiden Nachfolgestaaten Indien und Pakistan ist das historische Fürstentum Kaschmir zwischen den beiden genannten Ländern aufgeteilt. Teppiche unter der Bezeichnung Kaschmir oder Srinagar werden aber nur im indischen Teilstaat geknüpft. Dieser nördlichste Unionsstaat der Republik Indien besteht aus zwei Großprovinzen, dem auch noch ein Teil der Ethnie Ladakhs zugeschlagen wird und heißt korrekt „Djammu und Kaschmir“.

Wegen seiner Höhenlage und seines im Sommer nicht so feuchtheißen Klimas wie es in den tiefer gelegenen Landesteilen Nord-Indiens herrscht, war die Bergregion Kaschmirs für Begüterte schon immer ein bevorzugter Sommeraufenthalt. Hauptstadt und Knüpfzentrum ist seit jeher Srinagar. Der Name dieser Stadt wird gelegentlich auch als Provenienzbezeichnung genutzt.

Herstellung

Die heutige Herstellungsweise wurde mit dem ersten Exportaufschwung bereits in den 1920er Jahren eingeführt. In den Teppichmanufakturen bedient man sich einer besonderen Art Arbeitsvorlage, die Talim genannt wird. Diese entsprechen den sonst üblichen Musterpatronen. Das vorab Knoten für Knoten in seiner Gesamtheit farblich vom Teppichdesigner gezeichnete Muster wird in einer Spezialschrift aus Symbolen und Zeichen Knotenreihe für Knotenreihe auf einem Papierbogen aufgeschrieben. Zur Ausführung der Knüpfung wird ein Talim Knoten für Knoten in einer Art Sprechgesang von einem Vorleser vorgetragen, wodurch auch ein Arbeitsrhythmus entsteht. Wenn die Knüpfer nun den letzten rezitierten Knoten in die Kettgarne eingetragen haben, antworten sie vernehmlich mit dem Ausruf „hou“, und weiter geht“s im Singsang des Schaffens. Auf diese Weise entstehen so gleichzeitig an mehreren, nebeneinander aufgereihten Knüpfstühlen muster- und farbindentische Knüpfteppiche.

Knüpfung

Die Qualitätseinteilung der Kaschmirknüpfungen ist ähnlich wie denen aus Pakistan. Sie benennt die Knotendichte pro Zoll in Kett- und in Schussrichtung. Ein Teppich mit der Knüpfeinstellung 16/16 hat also 16 Knoten pro Zoll in Schussrichtung und 16 Knoten pro Zoll in Kettrichtung. Die geläufigsten Qualitäten sind 16/16, der Flor ist hier meist aus merzerisierter Baumwolle; 18/18, der Flor ist hier meist Seide, das Grundgewebe Baumwolle. Ab einer Einstellung von 22/22 besteht auch das Grundgewebe aus Seidengarnen. Die feinen Knüpfungen reichen bis 28/28 oder gar 30/30. Zur Umrechnung dieser Angaben in die bei uns gebräuchlichen Knoten pro Quadratmeter multipliziert man die beiden Werte miteinander und multipliziert diesen Wert mit dem Faktor 1.550. Ein 18/18-Kashmirteppich hat also etwa 502.200 Kn/qm.