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China

Im Westen wurden lange Zeit die Knüpfarbeiten Ost-Türkistans für China-Teppiche gehalten und ihre größtenteils alttürkischen Ornamente als chinesische Motive angesehen. Als nun das Interesse amerikanischer und europäischer Importfirmen für diese Teppiche erwachte, intensivierten chinesische Kaufleute die Produktion in jenen Außengebieten (Hsinkiang), wo viehzüchtende Stämme die nötige Schafwolle zur Verfügung hatten. Kurz danach entstanden auch in den Provinzen Kansu, Ninghsia und Suiynan sowie in den Städten Paotou, Peking und Tientsin große Knüpfereibetriebe, in denen man Nachahmungen von Khotan-Teppichen, zumeist aber neuartige Teppiche mit verschiedenen Kreationen chinesischer Dekorationselemente fertigte. Man nahm, dem auf diesem Gebiet von Alters her vertrauten Filzteppiche, zum Vorbild, dessen eingewalkte oder aufgenähte, locker verlegte Motive sich leicht auf die ziemlich groben und hochflorigen Knüpfteppiche übertragen ließen. So sind der flächige Dekor und das Kolorit zum Stil der China-Teppiche geworden.

Während jedoch Filzteppiche eine stilistische Ordnung zeigen erschöpft sich der an sich teppichfremde Stil des chinesischen Teppichs in einer gliederungsfreien, zumeist unsymmetrischen Verteilung gleichsam aufgelegter Motive und bildender Elemente. Charakteristisch sind das auf dunkelblauem oder rosafarbenem Grund aus einem rundlichen, gitterartigen Emblem oder sich windenden Drachen bestehende Mittelmotiv und ähnliche Ornamente als Eckfüllungen. Es sind dicke Teppiche mit einer Dekoration, die aus spärlich verteilten, naturnah gezeichneten Gegenständen, Tierfiguren, Symbolformen und Blütenzweigen besteht. Geschätzte Motive sind Vasen mit aus ihnen aufsteigenden Blüten in natürlicher Anordnung auf perspektivisch abgebildeten Tischchen, Landschaften mit Häusern, Teiche mit Bogenbrücken, Laternen, ja sogar dreiteilige Paravents mit treu wiedergegebenem Dekor. Es gibt unter ihnen die ohne seitliche Bordüren geknüpften Säulen-Teppiche, die um eine Holzsäule befestigt wurden. Die Motive sind oft nur in Dunkel-und Hellblau auf Grau oder in einigen oft süßlichen Pastelltönen anderer Farben koloriert. Bekannt sind die aus dem 19. Jahrhundert und aus der Jahrhundertwende stammenden nach den Provinzen und Städten ihrer Herkunft so bezeichneten Kansu-, Ninghia-, Peking- und Suiyuan-Teppiche. Hinzu kommen die heutigen Hongkong- und Tientsin-Teppiche, deren Zeichnungen auf hellblauem, hellgrünen oder lachsroten Grund zumeist um ein rundliches Mittelornament frei oder symmetrisch verteilte, großzügige und flächig kolorierte Pflanzen- und Blütenmotive in hellen Farben zeigen. Neuerdings werden die Motive in den hochflorigen Teppichen und Brücken mit der Schere reliefartig nachgeschnitten. Die China-Teppiche haben dünne, baumwollene Kettfäden und vierfach zugeführte Schussfäden, sowie einen hohen, dichten Flor aus mattglänzender Wolle. Die Struktur ist recht schwer und fest mit geriffelter Rückseite. Ungefähr 100.000 persische Knoten entfallen auf den Quadratmeter.